Deutschlands Kreditmärkte stehen vor einem doppelten Umbruch: Die SCHUFA hat ihr Scoring-Modell deutlich vereinfacht, und ab November 2026 tritt die EU-Verbraucherkreditrichtlinie (CCD2) in Kraft, die deutlich strengere Anforderungen an Bonitätsprüfungen stellt.
Was bedeutet die CCD2 konkret für Banken, Fintechs und Kreditvermittler in Deutschland? In ihrem aktuellen Fachartikel auf Finextra analysiert unsere Kollegin Erica Virlan, International Business Development bei fino digital, die blinden Flecken, die durch den Fokus auf die Kredithistorie im neuen SCHUFA-Scoring-Modell entstehen – etwa bei jungen Berufstätigen mit einwandfreier Bonität, aber wenigen Scoring-Datenpunkten aufgrund fehlender Kredithistorie. Mit dem Inkrafttreten der CCD2 sind Banken und Kreditvermittler daher gut beraten, bestehende Scoring-Modelle durch eine Echtzeit-Analyse von Kontodaten zu ergänzen, um Lücken in der Bonitätsprüfung im Rahmen der CCD2-Anforderungen zu schließen und die aktuelle Zahlungsfähigkeit zum Zeitpunkt der Entscheidung zu berücksichtigen.
Ericas Fazit: Unter der CCD2 ist die Kombination aus Kredithistorie und Echtzeit-Finanzdaten via Open Banking kein „Nice-to-have“ mehr – Kreditgeber sind gut beraten, reine SCHUFA-Auskünfte durch zusätzliche Datenquellen zu ergänzen, um die CCD2-Anforderungen so effektiv und compliant wie möglich zu erfüllen.